Weg von Paleo, Tag 5: Klapperschlangen, und: Alles Experten

food-plate-morning-breakfast

Ein Meinungs-Artikel.

Fünf Tage sind vergangen, seitdem ich der Paleo-Diät den Rücken gekehrt habe. Grund dafür waren sich langsam häufende gesundheitliche und psychische Probleme, deren Ursache ich nach eingehender Recherche in genau dieser Ernährungsweise sehe.

Interessanterweise habe ich diverse Zuschriften von Lesern bekommen, denen es ganz ähnlich wie mir ging und deren (teils massive) Beschwerden nach der Abkehr von Paleo verschwanden oder sich wieder auf dem Weg der Besserung befinden.

Paleo alleine ist nicht daran schuld — weil es „die Paleo-Diät“ gar nicht gibt. Aber dazu etwas später mehr.

Die Liste der Beschwerden, die ich mir in drei Jahren Paleo/Primal-Ernährung zugelegt habe, geht weit über die vor fünf Tagen veröffentlichte Aufzählung hinaus. Depressive Stimmungseinfärbung, Launenhaftigkeit (wirkliche Wutausbrüche), sehr trockene Gesichts- und Kopfhaut, teils eiskalte Hände und Füße, die sich kaum erwärmen ließen, Zunahme meines Körperfetts trotz intermittierenden Fastens, viel Sport (Kraft, Kraftausdauer und Ausdauer) und teils radikaler Einschränkung der Kohlenhydrate, ausgeprägte Augenringe trotz 7,5 bis 8 Stunden Schlaf täglich, Abnahme meiner (Kraft-) Ausdauer und, jetzt kommt’s, und das ist das Schlimmste, Abnahme meiner Lust auf Sex. Jepp, richtig gelesen. Keine Lust auf Sex mehr. „Es klapperte die Klapperschlang, bis die Klapper schlapper klang“ oder so ähnlich reimte damals Ringelnatz. Und es gibt viele, viele, VIELE Männer und Frauen, denen es genauso geht und ging.

Zum Glück bin ich nicht eines der Paleo-Opfer, denen nicht nur die Lust, sondern auch die Fähigkeit zum Sex abhanden gekommen ist. Die gibt es zuhauf — und ihre Berichte erzählen einstimmig von Besserung und Heilung, nachdem die Kohlenhydrataufnahme auf hohes Volumen umgestellt wurde (70 bis 80 Prozent der gesamten Kalorien).

Mein Zwischenstand nach fünf Tagen

Nach nur fünf Tagen geht es mir psychisch weit besser. Ich bin noch nicht wieder dort, wo ich vorher war, aber auf einem guten Weg dorthin. Die Hauttrockenheit wird langsam besser, das Körperfett ist gleich geblieben, meine Augenringe sind schon etwas leichter geworden und ich habe, Gott sei Dank, wieder Lust auf Sex.

Um weitere Stressfaktoren für meinen Körper zu minimieren, habe ich mein Trainingspensum radikal zurückgeschraubt (leichtes bis höchstens mittelschweres Charles Atlas-Training, kein Sprinttraining mehr, höchstens Spazierengehen).

Ich erkläre mir meine jetzige Besserung durch das radikale Abschalten möglichst vieler Stressoren. Offensichtlich waren mir auch 100 bis 200 Gramm „gesunde“ Kohlenhydrate am Tag zu wenig, und verbunden mit meinem Sportpensum stimulierte ich die Adrenalinausschüttung in meinem Körper derart, daß ich gewissermaßen ständig „angeschaltet“ war, mein Körper befand sich ohne mein Wissen dauernd im Fight-or-Flight-Modus: Überlebenskampf. Daß sowas nicht gesund sein kann, kann sich jeder selbst ausrechnen. Auch zu diesem Thema (Adrenalinüberschuß und daraus resultierende Schädigung oder Beeinträchtigung der Schilddrüse, mit extrem negativen Auswirkungen auf den gesamten Hormonhaushalt) gibt es genügend Quellen und Bücher, sowohl online, als auch gedruckt.

Ich werde auch heute keine Quellen angeben, weil mir das alles viel zu viel Arbeit ist. Google it. Den Schrei nach „Beweisen! Beweisen!“ kann ich wohlgemut verhallen lassen, weil ich die religiösen Paleo-Eiferer (ich war auch einer) weder überzeugen kann, noch überzeugen will. Erst wenn ihnen das gleiche passiert wie mir und Tausenden von ehemaligen Paleo-Anhängern, werden sie vielleicht umdenken.

Vielleicht auch nicht, denn sie könnten ja eines machen:

Noch cleaner Paleo essen: Die Paleo-Experten wissen bescheid.

Uh-oh, dagegen habe ich mittlerweile eine leichte Unverträglichkeit entwickelt, die aber noch steigerungsfähig ist.

„Iß doch mehr gesunde Carbs“ war einer der am häufigsten genannten Tips, auch in den Kommentaren. Was also im Umkehrschluß heißt, daß ich „falsch“ gegessen habe. Genau so, wie Veganer anderen vorwerfen, sie äßen verkehrt und ungesund. Da ist kein Unterschied. Falsch gegessen, meine Fresse. Süßkartoffel, der Liebling der Paleo-Szene (egal, ob man sie geschmacklich scheiße findet oder nicht), war regelmäßig Gast auf unseren Tellern. Ich hatte auch Phasen, in denen ich am Tag 8 bis 10 Eier gegessen habe. Mark Sisson, einer der Paleo/Primal-Päpste im Netz, empfiehlt das in einem seiner Artikel. Daß allerdings derart massiver Eierkonsum nicht nur Sodbrennen, sondern auch andere inflammatorische Krankheiten im Körper auslösen kann, ist ihm entweder nicht bekannt, oder er hat es nicht erwähnt, um die Heilslehre der Primal/Steinzeiternährung nicht zu trüben.

Überhaupt: „gesunde Kohlenhydrate“. Getreide, der Übeltäter. Milch, die Übeltäterin. Da wundere ich mich dann schon (nachdem ich mir selbst erlaube, kritisch zu sein), wie beispielsweise die Massai, deren Hauptnahrung Milch ist, solange überleben konnten. Oder die Asiaten, die Reis mir nix, dir nix in großen Mengen weghauen und denen nichts fehlt.

Bei diesen und ähnlichen Fragen kommen die selbsternannten Paleo-Experten um die Ecke, und ich höre und lese Schlagworte wie „(DNA-) Anpassung“. Worauf ich mir immer schon gedacht habe, aber mir erst jetzt erlaube, auch länger darüber nachzudenken: Wenn sich Menschen im asiatischen Raum an den Konsum von Reis angepaßt haben, wieso sollten sich Menschen im europäischen (oder spezifischer: westeuropäischen) Raum nicht auch an den Konsum von Getreide angepaßt haben? Wenn sich die Inuit genetisch an den Verzehr hauptsächlich von Fleisch angepaßt haben, wieso sollten sich die Europäer nicht an den Verzehr von Mischkost angepaßt haben?

Und dann werden üblicherweise Autoren zitiert, und Links zu wissenschaftlichen Untersuchungen, die von besagten Autoren zitiert werden — die große Bestätigungsmaschine beginnt sich zu drehen, und gerne werden die Arbeiten zitiert, die den eigenen Standpunkt unterstützen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Bundeswehr-Universität kann ich nur sagen: Alltag. Auf Zitate folgen Gegenzitate, eine Untersuchung sticht die andere, ein Trumpfspiel mit selbst gemalten Karten.

Außerdem: Unter dem Begriff „Paleo“ finden sich mittlerweile alle möglichen Arten von Diäten. Die einen propagieren Zero Carbs, andere nur „gesunde“ Kohlenhydrate, wiederum andere erlauben Reis, und noch andere finden es schon okay, wenn „gesunde Stärke“ konsumiert wird, oder auch mal Schokolade, aber nur dunkle… Das alles ist ein konfuser Brei ohne einheitliche Linie — und dementsprechend konfus sind auch die Informationen. Aber aus Verwirrung kommt selten was Gutes, und so sehe ich es auch im Falle Paleo.

Immer mehr komme ich zum Schluß, daß eine Diät, die ganze Lebensmittelgruppen aussschließt, weder nah am Menschen, noch sonderlich gesund, noch sonderlich zukunftstauglich ist. Und auch Paleo nicht.

Die Punkte, die die Paleo-Päpste vorbringen, klingen für uns Nichtwissenschaftler meist logisch (auch wenn sie es oft nicht sind, siehe etwa die Behauptung, daß sich die menschliche DNA seit mindestens 40.000 Jahren nicht verändert hat — das ist definitiv und wissenschaftlich erwiesen falsch; einfacher Gegenbeweis: blaue Augen): mehr als 150 Gramm Kohlenhydrate am Tag beispielsweise sollen zu „heimtückischer Gewichtszunahme“ führen, wenn man Mark Sisson Glauben schenkt. Oder der Konsum von großen Mengen tierischem Protein soll auch dauerhaft gesund sein, weil das angeblich „die Menschen in der Steinzeit“ so gemacht hätten. Oder intermittierendes Fasten soll gesund sein, weil das angeblich unsere Vorfahren in der Steinzeit (gezwungenermaßen) gemacht hätten. Nur gibt es für jede positiv gestimmte wissenschaftliche Studie auch mindestens eine, die das völlige Gegenteil beweist.

Als Nicht-Forscher, als Laien, stehen wir da und müssen das glauben, was man uns vorsetzt. Und das wird nun mal größtenteils bestimmt von …Umsatz und Geld, richtig. Oder wie könnte es sonst anders sein, daß mittlerweile viele Paleo- und Primal-Celebrities ihren Fans Nahrungsergänzungsmittel anbieten? Oh, ich wußte nicht, daß unsere Vorfahren in der Steinzeit auch schon chemisch extrahierte Pülverchen zu köstlich-nährhaften und 100-Prozent-gesunden Shakes anrührten! Hoppla, mir war nicht bekannt, daß sich die Steinzeitmenschen auch schon Kokosmehl-Pfannkuchen brieten. Mein Fehler! Das hat mit ursprünglicher, gesunder, natürlicher Nahrung nichts zu tun.

Noch interessanter wird es in zehn, fünfzehn Jahren werden. Dann nämlich werden viel mehr Paleo-Esser feststellen, wie sie nach längerer Paleo-Diät (2+ Jahre) gesundheitlich aufgestellt sind. Ich will nicht sagen, daß es ihnen allen so wie mir und vielen anderen geht (nämlich schlechter), aber ich bin mir absolut sicher, daß viele wieder zu normaler Mischkost zurückkehren werden (und höchstwahrscheinlich mit ein paar Pfunden zusätzlich obendrauf, der Jojo-Effekt ist eine wissenschaftliche Tatsache).

Davon bin ich überzeugt:

Ebenso wie es feststeht, daß jede Diät auf dauerhafte Sicht zum Scheitern verurteilt ist, die mit einer Einschränkung oder einem Verbot von bestimmten Grundnahrungsgruppen (Fleisch, Getreide, Fett) einhergeht, wird sich auch herausstellen, daß Paleo als „Getreide/Weizen ist tabu“-Diät ebenso zu kurz greift wie alle anderen Diäten.

Normalität im Alltag: Dazu gehört auch Essen. Ich finde, es wird Zeit, wieder zu einem normalen Umgang mit Nahrung zurückzukommen. Jeden Tag wird eine neue Diät-Sau durchs globale Dorf getrieben, und trotzdem sind wir als Menschheit so fett wie nie zuvor. Hier im Westen leiden immer mehr Frauen und Männer unter Eßstörungen. Wenn die Nahrungsaufnahme zur psychologischen Entscheidungsfrage wird, läuft irgendwas falsch.

Ich glaube, die Lösung liegt im normalen und gesunden Umgang mit unserem Essen. Nichts wird verteufelt, es gibt keine „bösen Nahrungsmittel“. Alles in Maßen, und alles wird gut.

Advertisements

17 Kommentare zu “Weg von Paleo, Tag 5: Klapperschlangen, und: Alles Experten

  1. Diäten kommen und gehen, sehr richtig. Lass uns gespannt auf den nächsten Hype warten, der garantiert wieder ein Mehr an Kohlenhydraten beinhaltet und diesmal aber ganz bestimmt die Lösung für Alle darstellt😃
    Übrigens klagt auch so mancher Rohköstler über weniger Spaß an der schönsten Sache der Welt.
    Nö.
    Ich sehe es so: wenn man auf Zigaretten und Alkohol verzichtet, ist man schon ziemlich weit vorne. Kommt noch regelmäßige Bewegung dazu, gibt es schon ein Fleißbienchen. Und viel Obst und Gemüse schaden vermutlich nicht. Der Rest ist Makulatur mit einem guten Schuss Genetik. Pasta!…ähh, Basta! LG Carola

  2. Amen, mit diesem Kommentar von „casta66“ kann man es als akzeptabel stehen lassen 🙂 Die Dinge die viele als gesund propagierte Ernährungsformen gemeinsam haben wurden in dem Kommentar aufgezählt, der Meinung bin ich auch 100%ig….LG und viel Glück weiterhin bei der Umstellung. Christoph

  3. Ich habe von Low Carb auf Paleo umgestellt. Ich denke es ist der strikte KH Entzug und die hohe Leistung. Bauchfett wird ja nicht umsonst angesetzt. Männer finden oft die Rundungen bei den Frauen Sexi. Alles hat sein Maß. Übertreiben nutzt nix. Aber ich werde versuchen nix hochverarbeitetes zu nehmen. Paleo 80%. Ausnahmen bestätigen die Regel. Man lebt nur einmal. Aber bei Paleo ist es wie bei jedem Konzept. Ich kann es in der momentan besten und reinsten Form lehren aber jeder Mench ist anders und man muss das Konzept auf ihn abstimmen. Aber ein Konzept kann ein Richtungsweis sein aber kein dokma an das man sich strickt halten sollte. Trotzdem ist es ein empfehlenswertes Konzept.

  4. Nett, der Artikel. Mir gings ähnlich – nachdem ich jahrelang gedankenlos das gegessen habe was mir schmeckte (entsprach ohne Absicht genau der klassischen Kohlehydrat Ernährungspyramide) war ich ziemlich genau da wo der gute Norbert vor ein paar Tagen war – nur einen winzigen Schritt weit weg von sich zu dauerhaften Krankheiten manifestierenden Wehwehchen, signifikanter Verschlechterung der Lebensqualität usw usw.

    Ich kannte damals Gottseidank Paleo von einem Freund den ich sehr schätzte. Eines Tages stand ich auf, zählte meine Wehwehchen und beschloss ab jetzt – sofort ! – konsequent Paleo zu leben. Das war vor gut zwei Jahren.

    Innerhalb eines Monats nahm ich nicht nur 5 Kilo ab, viel wichtiger war dass fast alle gesundheitlichen Komplikationen verschwunden waren. Ich war begeistert und ‚infizierte‘ viele Familienmitglieder und Bekannte – alle haben mittlerweile moderat (!) auf weniger (!) Kohlehydrate umgestellt, nur ich triebs konsequent.

    Ums kurz zu machen – vor einigen Monaten stagnierte plötzlich mein langsamer, stetiger Gewichtsverlust und … ich nahm wieder zu. Da drängte sich der Verdacht auf dass ich wohl konsequenter Paleo treiben müsste – viel hilft schließlich viel, Schluß mit lustig !
    Intermittierendes (ok – 4 mal die Woche) Fasten, ketogene Ernährung und täglich ‚All-In‘ Training (80-90% der Leistung) brachten leider kein Gramm weniger Gewicht, mein Körper schaltete einfach in Sparmodus: ‚Wahrscheinlich ne Hungersnot da draußen. Oder Krieg. Schone die Reserven, schalte nen Gang zurück wenn immer möglich !‘

    Kalte Extremitäten und Leistungsverlust ginge ja noch, viel bedrohlicher empfand ich die zuletzt aufkommenden Herzrhythmus-Störungen. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich auch wieder eine prima Erkältung … very nice !

    Gottseidank hab ich den lebensgefährlichen Selbstversuch vor 10 Tagen abgebrochen. Heute bin nahezu wieder ‚Back to Normal‘. Seit 3 Tagen schlägt mein Herz wieder normal (UFFFF!!!), mein Lebensgefühl ist wieder sehr gut, alles ok. Ich esse mittlerweile 3 mal täglich, ja, es gibt Weisswürste mit Brezen (!!), Ausgewogenheit und Vielfalt sind Trumpf.

    Auf achtlose Kohlehydrat Unterschreitung – denke einfach nicht dran ‚Nicht-Palio‘ Nahrungsmittel zu essen – reagiert mein Körper aber nach wie vor mit Notfallsmodus. Z.B. gestern und heute gedankenlos wieder nur Gemüse und Eiweiss gegessen – wurde sofort bestraft mit weniger Antrieb & kalten Extremitäten.

    Und jetzt ? Ich habe mich mittlerweile zu der Erkenntnis durchgerungen dass das Beste wohl in der Mitte liegt. Man muss den Punkt finden und akzeptieren und erhalten an dem der eigene Körper ‚im eingeschwungenen Zustand‘ ist. Ein Abweichen von diesem höchst individuellen Zustand – sei es durch Kohlehydrat-Mästung oder ketogener Unterernährung führt immer zu weniger Lebensqualität und gesundheitlichen Problemen. Auch wenn der Körper nicht dem gesellschaftlichen Idealbild in Sachen Leistung und Körperfett entspricht ist das noch lange kein Grund ihn zu zerstören. Könnte ja sein daß die gesellschaftlichen Idealvorstellungen genau so daneben sind wie die weizenbasierte Ernährungspyramide.

    So, und jetzt hol ich mir ein paar Beeren mit griechischem Joghurt und Honig. Brot zu essen schaff ich noch nicht, aber ich arbeite dran 😉

    • haste mal dran gedacht das der Körper keine Maschiene ist, lass doch mal sport und Hungern weg, esse mehr Kcal. und leg die Füsse für 2-3 wochen hoch und glaubs mir ihr werdet überrascht sein.
      Kein körper kann ständig am limit laufen.
      Googel mal wie es Spitzen sportler machen
      mfg

  5. Danke für die Fortsetzung zu deiner „Ernährungsumstellung“. Ich verfolge das mit großem Interesse.

    Erst durch deine Artikel ist mir selber aufgefallen, das ich (seit „Paleo“) auch ständig kalte Hände und Füße hatte. Zu der Zeit habe ich das auf das kalte duschen geschoben, ohne mir weiter Gedanken darüber zu machen. Jedenfalls sind die ständig kalten Extremitäten schon eine zeit lang verschwunden, aber leider ohne zu wissen was dafür die Ursache und die jeweilige Lösung war…
    Und dann war auch mal wieder so richtig heftig erklätet wie lange nicht mehr, nur ein Antibiotikum hat mich wieder zurück ins Leben geholt. Nicht abzusehen wie lange das ohne Medikamante gedauert oder ausgegangen wäre.
    Das kann natürlich alles nur Zufall sein und muss nicht an der Paleo-Ernährung liegen (die sowieso nur zu 80/20 mache), aber auffällig sind die Gemeinsamenkeiten schon ein wenig.

    Bin gespannt wie es dir mit deinen „Brez’n“ weiterhin ergeht 😉 Ich habe jedenfalls auch mal wieder Lust auf schönes Weißbrot.

    Gruß

    • Lieber HP, die Erkältungen hatte ich vergessen! Vor allem meine Frau hatte in den letzten drei Jahren richtig schwere Erkältungen, bei denen sie teilweise eine Woche im Bett liegen mußte. Das sieht ihr überhaupt nicht ähnlich; vor Paleo hatte sie so was gar nicht, und zwar viele Jahre lang.

      Sei vorsichtig!

  6. Norbert, Du bist einfach der geilste Jobber! 🙂
    Schön, dass Du von selber auf die Dinge gekommen bist (genetische Anpassung etc.), die ich den – meist selbsternannten – Paleo-Päpsten gerne mal entgegen schleudern würde. Blöd, dass es Dir dafür erst so schlecht gehen musste.
    Von negativen (Langzeit)-Folgen der Paleo-Ernährung (oder soll ich sagen des Paleo-Lifestyle?) hatte ich bis dato übrigens noch nichts gehört. Finde ich sehr interessant. Bis die Tag mal wieder.

  7. Schön dich in der Mitte der Erleuchteten zu finden, Norbert!
    Ich selber konnte dem Paleo-Trend bislang trotz ernsthafter Erwägungen noch entgehen, habe aber viel Langzeiterfahrung mit anderen vergleichbaren LC/HF-Ernährungsweisen gemacht (und nein, Atkins war nicht dabei). Die von dir beschriebenen Symptome kannte ich zwar nicht in der selben Ausprägung, da ich einen sehr adaptiven Körper habe, aber schlechter ging es mir trotzdem. Ich glaube, dass sog. Biohacking des Metabolismus auf Dauer nie sonderlich gut für den Körper sein kann (siehe Ketose). Mittlerweile habe ich mich sogar vom Intermittent Fasting verabschiedet, da ich die prophezeiten Resultate nicht sehe — von potenziell negativen abgesehen.
    Wer hätte geglaubt, dass ich in der alten Kamelle von der „ausgewogenen Ernährung“ letztlich meine Erfüllung finde? Ein paar Krafttraining-Antigurus haben viele der typischen Diäten für mich zerlegt und für eine gesunde Balance in der Ernährung geworben. Viel Protein, reichlich Kohlenhydrate und moderater Konsum gesunder Fette. Das Gros der Mahlzeiten soll selbstverständlich aus „gesunder“ Kost bestehen, aber gegen Ausreißer ist nichts einzuwenden. Die Ergebnisse sind für mich bahnbrechend. Fettreduktion, gesteigertes Trainingsvolumen, kein Gefühl des Verzichts mehr, ein positiveres Gemüt, etc.
    Ich finde es gut und wichtig, dass die Menschen ihren Körper stets auch als ein konstantes Experiment sehen und Dinge ausprobieren um am eigenen Leibe erfahren zu können, was für sie funktioniert und was nicht. Aber es scheint sich langsam immer stärker herauszukristallisieren, dass all jene, die propagieren, dass man ganze Ernährungsgruppen eliminiert, die Wahrheit weder mit dem symbolischen, noch wörtlichen Löffel gegessen haben.

    • Hi Filip,

      jepp, ich stimme dir zu, in allen Punkten. Auf Dauer muß eine unnatürliche Ernährungsweise auch zu irgendwie unnatürlichen Ergebnissen führen. Mir geht’s mittlerweile auch wieder sehr gut, ich habe zugelegt und stehe wieder auf meinen natürlichen 95-95 Kilo. Absolut erstaunlich, wie tief ich eigentlich in der gehirngewaschenen Paleo-Welt steckte…

      Liebe Grüße!
      Norbert

  8. Ich bin in dem von dir angesprochenen Bereich: 2+ Jahre Paleo. Mir geht es Bestens, deshalb bin ich „Überzeugungstäter“. Die Paleo-Diät funktioniert für mich. Auch bin ich ein großer Fan des periodischen Fastens. An einigen der von dir geschilderten Symptomen habe ich vor Beginn der Paleo-Ernährung gelitten, jetzt nicht mehr. Ich bin über 50 Jahre alt und – obwohl ich immer schon Sport gemacht habe – noch nie in meinem Leben so gesund und fit gewesen.

    Was aber auch ich verstehe: die Menschen sind unterschiedlich und reagieren verschieden auf Nahrung. Wichtiger als Dogmatismus bei der Ernährung ist es, auf die Signale seiner Körpers zu hören – wenn man sie den wahrnehmen und deuten kann. Es ist wohl natürlich, wenn man mit einer bestimmten Methode bei sich Erfolg hat, zu glauben, auch andere müssten den gleichen Erfolg haben. Kann sein, kann nicht sein. Das erklärt aber zumindest, warum es so viele Diät-Anhänger mit missionarischem Eifer gibt. Egal ab Paleo, Atkins, High-Carb, Veganismus oder Andere: sie alle können mächtig nerven.

    Deshalb: es reicht zu sagen, dass Paleo nichts für dich ist. Daraus allgemeine Rückschlüsse auf die Auswirkungen der Paleo-Diät bei anderen zu ziehen funktioniert deshalb im Umkehrschluss ebenfalls nicht.

    Noch eine letzte Bemerkung: selbst wenn medizinische Studien „zweifelsfrei“ etwas „beweisen“: es bleibt immer eine statistische Aussage, die nicht auf jeden Einzelnen zutreffen wird. Es nützt einem nichts, wenn etwas durch eine Studie bestätigt wurde, bei einem selbst aber nicht funktioniert.

  9. Pingback: from fat to fit | mein Weg zum Sixpack

  10. Pingback: Von Paleo zu Herkömmlich und wieder zurück — ich will gesund sein | Paleoleben

Ihr Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s