Eine Veganerin meldet sich zu Wort

Leserin (?) Elava hat mir einen Kommentar zu meinem Veganismus-Artikel geschrieben.

Dieser Kommentar ist symptomatisch für viele Gespräche mit Veganern, die ich führe und geführt habe. Deshalb hier ein öffentlicher Kommentar zum Kommentar.

Hallo Elava,

danke für deinen Kommentar.
Erlaube mir, ihn meinerseits zu kommentieren 😉

bei diesem Thementitel bin ich doch recht negativ über den Artikel ansich überrascht!

Der „Thementitel“ lautet „Warum vegane Ernährung eine ganz schlechte Idee ist“ — und du als Veganerin bist negativ überrascht?

Stellte dann aber auch fest das es hier um Gesundheit und Fitness gehen soll (so entnehme ich es dem Banner), dem Artikel nach geht es wohl hier speziell um Gesundheit.

Im speziellen Artikel geht es speziell um Gesundheit.

Die (scheinbar geliebten) Studien enthalten zu meiner Verwunderung sogar Argumente für eine vegetarische/vegane Ernährung und da erschließt sich mir nicht ganz warum diese dann als Gegenargument angeführt werden?
Ich würde die Studie ja glatt wieder raussuchen, aber da alles nur “Link” genannt wurde und es spät ist habe ich da nun auch keinen Nerv mehr zu (es ging um Krebs; artikel in englisch).

Dann hast du ganz eindeutig die Studien NICHT GELESEN, Eleva. Auch meinen Artikel scheinst du nur überflogen zu haben: Ich weise deutlich darauf hin, daß manche von mir angegebenen Studien auch Argumente für vegane Ernährung enthalten — daß diese aber im Vergleich mit anderen Diäten deutlich schlechter abschneiden.

Zurück zum Thementitel. Der ist wirklich eine Wucht! Er ist absolut allgemein Formuliert und gleichzeitig dreht sich der Artikel um eine starre Sichtweise und das lediglich im Pukto Ernährung.

Ich verstehe nicht, was du meinst. Mein Blog dreht sich um „ursprünglich leben, Gesundheit und Fitness“. Wenn du erwartet hast, daß sich immer jeder Artikel mit allen drei Themen gleichzeitig beschäftigt, hast du ganz offensichtlich was anderes im Sinn als mein Blog dir geben kann.

Vegan ist praktisch tatsächlich eine Lebensweise. Diese zu praktizieren kann die verschiedensten Gründe haben und (mal ganz im Ernst) ich glaube nicht, dass das viele einfach nur machen weil es Gesund sei.

Vielleicht hast du’s nicht gelesen, liebe Elava: Ich WAR SELBST VEGANER. Ich weiß, daß meine Beweggründe mehr waren, als nur gesund leben zu wollen. Ich liebe Tiere. Ich war jahrelang Mitglied in Tierschutzorganisationen. Trotzdem ist Veganismus eine Ideologie, die sich , zumindest in meinem Leben, als praxisfremd, nicht realisierbar und absolut ungesund herausgestellt hat.

Dies hat die verschiedensten Gründe. Vielleicht weil man seine Freunde nicht essen möchte? Oder vielleicht fehlt die Wahl wegen verschiedenster Unverträglichkeiten?

Absolut nachvollziehbar. Ich war auch Veganer, weil ich keine Tiere mehr essen wollte, weil ich nicht für Massentierhaltung und das unendliche Leid verantwortlich sein wollte. Alles nachvollziehbar.

Warum vegane Ernährung für mich eine sehr gute Idee ist:
Ich muss nicht mit der psychischen Belastung leben mich mit Tierhäuten und Pelzen zu kleiden und/oder Tiere zu verspeisen. Es ist beim besten willen nicht einfach. In der heutigen Gesellschaft, in diesen Regionen, wird man gänzlich anders großgezogen und bevor man weis was man da isst, hat man sich schon längst dran gewöhnt und findet es lecker.

a) Es ging in diesem Artikel NICHT um ideologische Gründe für oder wider Veganertum. Es ging um handfeste biologische und gesundheitliche Gründe.
b) Es gibt -zig Studien, die ZWEIFELSFREI BELEGEN, daß Pflanzen Reaktionen zeigen, wenn man sich ihnen mit der Absicht nähert, sie zu schneiden oder sonstwie zu verletzen. Diese Studien blenden Veganer oft ganz bequem aus — aber es gibt sie, und sie wurden von renommierten Instituten durchgeführt. Google mal, du wirst fündig werden. Diese Reaktionen sind vergleichbar mit Gefühls- und Angstreaktionen bei anderen Lebewesen. Kurz: Pflanzen haben Gefühle. Es ist sogar bewiesen, daß manche Bäume andere Artgenossen mit Duftstoffen vorwarnen, wenn beispielsweise Vögel oder andere Fressfreinde sie anknabbern.

Nochmal: Pflanzen haben Gefühle und sie leben, das ist wissenschaftlich belegt. Alle. Da wird die Auswahl an Essen knapp, nicht wahr.

Oder möchtest du unterscheiden zwischen Leben, das weniger wert ist als andere?
Was ist mit den Millionen von Feldinsekten und Nagetieren, die jährlich qualvoll sterben müssen, weil sie vom Ackergerät tödlich verletzt werden?

Wie gesagt, wenn du entscheidest, daß das Leben der Pflanzen, die du ißt, weniger wert ist als das von Tieren — das ist ganz allein deine Wertung, deine ethische Entscheidung. Ich möchte dir nur vor Augen führen, daß der Kreislauf des Lebens sich einen Dreck um menschliche Empfindungen schert: Wenn ein Lebewesen überleben will, muß ein anderes sterben. Sei das Pflanze oder Tier.

Und zum Thema “gesund”… Wir sind uns wohl hoffentlich einig das ein “fleischesser” der tag ein tag aus würstchen mit mayo isst sich sehr schlecht ernährt, als auch ein “pflanzenfresser” der tag ein tag aus pommes mit ketchup isst.

Jetzt wird’s langsam aber lächerlich. Du wirst auf diesem Blog keine Rezepte oder Empfehlungen für Würstchen mit Mayo finden — außer, sind sie zu 100 Prozent hausgemacht. Pommes? Absolute Fehlanzeige. Da unterstellst du mir Dinge, die ich nie gesagt habe.

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5 Kommentare zu “Eine Veganerin meldet sich zu Wort

  1. Ich hab eine zeitlang die Paleo-„Diät“ ausprobiert und dann wurde mir das zuviel Fleisch, vor allem weil ich nicht immer konsequent das Beste gekauft habe. Dann habe ich eine Weile vegetarisch gelebt und das als gesunden Ausgleich erlebt. Mittlerweile esse ich wieder Fleisch, aber versuche es selten zu tun (nicht in den Massen wie früher).

    Aus meiner Erfahrung (ich war viel unterwegs auch in verschiedenen asiatischen Ländern) habe ich die Einstellung entwickelt, dass alles, wenn man es zu extrem und einseitig ausführt, ungesund ist. Viele Asiaten ernähren sich z.B. ohne Milchprodukte oder eben auch vegetarisch/vegan und viele dieser Kulturen besitzen eigene sehr bekannte und beliebte Gesundheitsrezepte und sind bekannt dafür sehr gesund zu leben und alt zu werden, auch viele dieser Kulturen sind serh alt und haben ein großen Wissensschatz. Ich finde es immer traurig, wenn Menschen diesen „Ich habe die einzig wahre Lösung gefunden und alle anderen sind falsch und ungesund“-Krieg führen (das soll an dieser Stelle keine Unterstellung oder ein Angriff sein, nur eine generelle Aussage).

    Solange man auf eine abwechslungsreiche Lebensweise achtet und es mit seinen „Diäten“ nicht übertreibt, denke ich, ist alles gesund (außer Pommes und Würstchen mit Mayo 😉 Und man sollte niemandem seine Lebensweise aufdrücken wollen, bzw. es nicht nötig haben, sich für seine zu rechtfertigen oder eine andere schlecht zu machen.

    Viele Grüße,
    Beleniel

    • Hi Beleniel,

      danke für deinen Kommentar.
      Wenn dir Fleisch zu viel wird, ist es wichtig, flexibel zu sein: Wie wär’s mit anderen, paleo-tauglichen Mahlzeiten? Beispielsweise Eiersalat. Oder gebratenes Zucchinigemüse mit Rührei? Oder hartgekochte Eier? Oder Süßkartoffelauflauf mit darübergebackenem Ei? Oder Avocado? Oder Salatwraps mit Ei-Guacamole? Es gibt eine Vielzahl von Variationen. Fisch ist eine andere Möglichkeit.

      Ich stimme mit dir überein, daß beispielsweise asiatische Küche richtig interessant ist, und vielleicht auch gesund — für Asiaten zumindest 😉 Ich habe keine Ahnung, ob es ausreichend Studien gibt, die beispielsweise die asiatische Küche und ihre Auswirkungen auf Europäer untersuchen. Da könnten sich durchaus einige Überraschungen einstellen.

      Und ja, so lange man aus seiner Ernährung keine Religion macht, ist alles gut — finde ich auch. Nur leider passiert das bei sehr vielen Veganern eben nicht (ich kann ein Lied davon singen, denn ich war auch mal so ein veganer Prediger) — falls überhaupt, zitieren viele aus Unwissen oder Absicht einseitig oder verwenden bereits eindeutig widerlegte Ergebnisse. Das ist schade, denn so kann keine gewinnbringende Kommunikation entstehen.

      Liebe Grüße!
      Norbert

  2. Pflanzen haben auch Gefühle…wenn die Kuh die man isst Pflanzen frisst und ich diese dann schlachte…wurde dann nicht mehr Schaden angerichtet im Vergleich zur veganen Ernährung?

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