Der einfachste Weg, dauerhaft abzunehmen

Pork Roast

Vorweg ein WICHTIGER Hinweis: Bevor Sie jegliche Art von Diät oder Fastenkur versuchen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt untersuchen. Ändern Sie Ihre Ernährung erst, wenn Sie grünes Licht bekommen haben.

Ich habe mal eben bei Google nach dem Schlagwort „Diät“ gesucht. 19.700.000 Treffer. Alleine der Focus vergleicht 50 Diäten in seiner Online-Ausgabe. Und immer dreht sich alles um das eine: Wie kann ich gesund und dauerhaft Gewicht verlieren? Die Empfehlungen reichen von einseitiger Ernährung bis hin zum völlig unnatürlichen Kalorienzählen. Oder „Fettpunkte“-Zählen, Weight Watchers, I’m looking at you!

Grundsätzlich kann natürlich jede Diät funktionieren. Die Frage ist: Wie lange hält man sie durch? Die Rückfallzahlen bei den bekanntesten Kandidaten (Kalorienzählen, Friß-die-Hälfte) sprechen eine deutliche Sprache. Und die lädt nicht zur Nachahmung ein.

Wenn wir dauerhaft Gewicht verlieren wollen, und das am besten, ohne Kraft und Ausdauer einzubüßen, hilft es auch hier, uns an unseren Verwandten aus der Steinzeit zu orientieren: Was machte ihre Diät aus? Was können wir im 21. Jahrhundert übernehmen, ohne an Lebensqualität zu verlieren?

Der folgende Artikel beleuchtet diese Fragen näher.

1. Unsere Vorfahren kannten kein kultiviertes Getreide.

Sie aßen natürlich alles, was ihnen in die Finger kam, aber Getreide in der Form, wie wir es seit 10.000 Jahren kennen, gab es einfach nicht. Obendrein kommt erschwerend hinzu: Untersuchungen von Zähnen aus der frühen Steinzeit im Vergleich zu denen aus der Neusteinzeit (= Ackerbauzeit) belegen deutlich und zweifelsfrei, daß die Jäger und Sammler aus der Altsteinzeit weitaus gesündere Zähne hatten als ihre Nachfahren, die Ackerbau betrieben.

2. Unsere Vorfahren hatten nicht immer zu essen.

Sie mußten gezwungenermaßen auch mal hungern, wenn sie kein Tier erlegt hatten.

Und der zweite Punkt gibt uns einen deutlichen Hinweis darauf, wie wir zu einer natürlich ausgewogenen, unserer Genetik entsprechenden Körperkomposition kommen: Essensverzicht.

Aber damit meine ich nicht Kalorienzählen.
Was würden Urururoma und Urururopa aus der Steinzeit tun? NICHT Kalorien zählen, so viel ist sicher.

Der Weg, wie wir trotzdem die Zufuhr von Kalorien drosseln können, und das auf eine Art und Weise, die unseren uralten Genen entspricht, ist „zeitweiliges Fasten“, im Internet-Jargon auch „intermittent fasting“ (IF) genannt. Mit dieser Methode reduzieren wir die Kalorienmengen, die wir zu uns nehmen, bequem und einfach, ohne jegliches Zählen, Essenstagebuchführen oder ähnliche künstliche Konzepte.

Zeitweiliges Fasten unterstützt zudem auch noch die Selbstheilungseigenschaften des Körpers und äußert sich bei fast allen Praktizierenden in einem gehobenen Stimmungszustand.

Wie geht es?

  • Wer Gewicht verlieren will, fastet an zwei nicht aufeinander folgenden Tagen (20 bis 24 Stunden) in der Woche.
  • Wer sein Gewicht halten will, fastet einmal die Woche.
  • Ein Fastentag beginnt nach einem Essen (Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot) und dauert bis zum nächsten Essen am nächsten Tag: also von Frühstück zu Frühstück oder Abendbrot zu Abendbrot. Dabei wird das nächste Essen bereits wieder eingenommen.
  • Empfehlenswert ist, den Fastentag nach dem Abendessen zu beginnen, weil dann die Stunden des Schlafs bereits zum Fastentag zählen.
  • Während des Fastentages darf man soviel Wasser, ungesüßten Tee oder Kaffee trinken wie man möchte. Keine Säfte, keine Limos, nichts mit Süßstoff. Einfach nur Wasser, Tee oder Kaffee (Vorsicht allerdings beim Kaffee, den muß man vertragen).
  • Nach dem Fastentag muß man aufpassen, nicht überzukompensieren und das durch die zwei eingesparten Mahlzeiten erreichte Kaloriendefizit wieder aufzufüllen. Auf die Dauer hilft nur die Reduktion der Kalorien, die wir zu uns nehmen.
  • Man braucht seine Ernährung nicht umzustellen, wenn man nicht möchte. Natürlich empfehle ich immer natürliches Essen, aber auch wer gerne anders ißt, wird mit IF Gewicht abnehmen.
  • Maximal drei Mahlzeiten am Tag, wenn wir nicht fasten. Nichts „dazwischen essen“, keine Snacks oder sonstiges.

In Kurzform:

  • Wir essen nach dem Frühstück nichts mehr, bis die Zeit für das nächste Frühstück gekommen ist. Dann essen wir wieder völlig normal, beginnend mit dem Frühstück. Anstatt des Frühstücks können wir auch von Mittagessen zu Mittagessen oder Abendbrot zu Abendbrot fasten.
  • Wir trinken soviel Wasser, ungesüßten Tee oder Kaffee, wie wir vertragen können.

Das ist das ganze Geheimnis.

Die ersten paar Fastentage werden ungewohnt sein, und viele Leute erleben Schwindelgefühle oder „Schwächeanfälle“. Sofern keine medizinische Gegenanzeigen vorhanden sind, ist das aber lediglich eine Frage der Gewohnheit: Der Körper ist ein Gewohnheitstier und wehrt sich gegen die vermeintliche Nahrungsknappheit. Das ist aber sehr bald überwunden, und man spürt einen enormen Energieschub. In der Tat ist es sogar so, daß ich meine persönlichen Trainingsrekorde alle an Fastentagen aufgestellt habe.

Was uns zum nächsten Punkt bringt: Training auf leeren Magen.

So ungewohnt das ist, aber es ist eine der wirksamsten Methoden, die natürliche Fettverbrennung anzukurbeln. Lassen Sie sich nicht von Stimmen aus dem Bodybuilderlager beirren: Die Wirksamkeit und Vorteilhaftigkeit des Trainings auf leeren Magen ist wissenschaftlich belegt. Mittlerweile trainieren viele Profi-Vollkontaktsportler so, und die gehören zu den fittesten Menschen auf unseren Planeten.

Viel Erfolg!
Und es würde mich freuen, wenn Sie mir über Ihre IF-Erfolge berichten würden!

Bildnachweis:
Schweinebraten: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pork_roast_dinner.jpeg

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13 Kommentare zu “Der einfachste Weg, dauerhaft abzunehmen

  1. Ich finde Weight Watchers gar nicht so verkehrt. Natürlich ist es sinnlos, einfach nur zu zählen, welche Nahrungsmittel man denn nun isst oder eben nicht, doch scheint mir das System bei vielen Menschen aufzugehen und letzten Endes widerspricht es kaum der Methodik, die Du vorstellst. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass es gesundheitlich „super“ isst, wenn man mehrere Tage überhaupt nichts ist…, ob diese nun lose in der Woche sind oder eben nicht.

    Ich habe eben einmal im Netz nach der WW-Formel geschaut und denke, dass man das Ganze herunterbrechen kann und schon erscheint es mir überhaupt nicht mehr so „sinnfrei“. Beispielsweise habe ich einen Artikel gefunden, der die Formel einmal aufbricht und sie auf das Grundsätzliche reduziert…, nämlich die Berechnung der jeweiligen Kalorien eines Lebensmittels.

    (Der Artikel findet sich hier: http://tricks-und-tipps.com/weight-watchers-punkte-berechnen/ – ich hoffe, der Verweis ist in Ordnung, doch ich will nun auf die Formel dieser Seite eingehen und deshalb würde ich gern meine Quellen angeben…, manche Blogger haben sich da ein wenig eigen)

    Wenn ich mir diese Berechnung einmal anschaue, geht es im Grunde nur darum, jedem Lebensmittel bestimmte Punkte zuzuweisen und unterm Strich finde ich so heraus, welche Nahrung viele und welche eben wenig Kalorien hat. Das ist manchmal nämlich gar nicht so leicht zu durchschauen.

    Nur davon ausgehend, kann es enorm hilfreich sein, um sich bewusst zu ernähren und eben einmal ganz genau zu schauen, was wir eigentlich tagtäglich in uns hineinstopfen. Wenn ich das WW-Prinzip auf diese Aussage herunterbreche, erscheint es mir sogar recht sinnvoll, denn was ist dabei, zu wissen, was man den tagtäglich isst und eben darauf zu achten? Wir müssen das Ganze ja nicht übertreiben, sondern können so vielleicht besser das eigene Maß finden und letzten Endes effektiv abnehmen.

    Beste Grüße
    Laura

    • Hi liebe Laura,

      danke für deinen Kommentar.
      Der Kritikpunkt an derlei Methoden wie es auch WeightWatchers eine ist, ist folgender: Es ist völlig unnatürlich für uns Menschen, bei der Nahrung irgendwelche Punkte zu zählen. Das haben unsere Vorfahren nicht gemacht, und die waren gertenschlank, schneller, stärker und ausdauernder als wir.

      Obendrein ist es eine durch wissenschaftliche Studien erwiesene Tatsache, daß ein Großteil aller Diäten (und auch WW ist eine) nicht durchgehalten werden. Die Rückfallquote ist enorm. Alles, was mit massiver Essenskontrolle (beispielsweise: Punkte zählen) zu tun hat, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.

      Überleg‘ mal: Wir haben heutzutage so viele verschiedene Diäten wie NIE ZUVOR. Und trotzdem ist die Menschheit so KRANK und ÜBERGEWICHTIG wie nie zuvor. Das alleine ist für mich ein deutlicher Hinweis darauf, daß all diese Diäten keinen Schuß Pulver wert sind, auf lange Sicht gesehen. Und mit „lange Sicht“ meine ich ein Leben lang.

      Ich gebe dir natürlich recht, daß es enorm hilfreich ist, sich mal anzusehen, was wir täglich essen. Aber sobald es in Buchhaltung, Punktezählen, Abwiegen von Portionen und ähnlich unnatürlichem Verhalten umschlägt, halten es die allerwenigsten Menschen auf Dauer aus. Dabei ist gerade das Durchhalten das Wichtigste bei Diäten.

      Liebe Grüße,
      Norbert

  2. Pingback: Klarstellung: Zeitweiliges Fasten heißt NICHT… | Paleoleben

  3. Vielen Dank für die nachvollziehbare Erklärung! Das hatte noch gefehlt als Anstoss. Ich habe mich schon länger gedanklich mit einem Fastentag angefreundet. Und so langsam spricht einfach nichts mehr dagegen. Zumal dank der Ernährungsumstellung die schlimmen Hungerlöcher mit Aggressionspotential weg sind. ich habe eh festgestellt, dass so manche Mahlzeit eher aus Reflex/Gewohnheit eingenommen wird und nicht aus einem Bedarf heraus.
    Dann werde ich wohl mal den Selbstversuch beginnen.
    Herzlich,
    maiebrit

  4. Pingback: Fasten und vom Braten träumen | Teilstücke

  5. Ich habe einige Diäten (WW) und sogenannte Ernährungsumstellungen (Schlank im Schlaf) hinter mir, um dann irgendwann erkennen zu müssen: Die sind für mich sowas von unwirksam. Durch mein erstes Heilfasten Anfang des Jahres, habe ich gemerkt, wie gut mir das Fasten getan hat. Jetzt sind mein Mann und ich beim 24/24 angekommen. Wir neigen beide zu Adipositas und aufgrund meiner Fibro und Arthrose muss ich was wirklich dauerhaftes haben. Ich hoffe ich bin IF angekommen.

    LG Conny

    • Liebe Conny,

      ich drücke euch ganz fest die Daumen. Bisher habe ich niemanden kennengelernt, der — mit etwas Disziplin — mit IF NICHT abgenommen hätte. Ist ja auch rein metabolisch unmöglich.

      Viel Glück — und genießt die Reise!
      Liebe Grüße
      Norbert

      • Hallo Norbert,

        wir sind jetzt 4 Wochen im IF und es haben sich die ersten Erfolge eingestellt. Nicht nur, dass wir uns körperlich besser fühlen sondern es sind auch die ersten Kilos gepurzelt. Wir werden jetzt die Essphase in den Basenmodus, klingt gut was?, umstellen. Sodass wir dann in nächster Zeit beim 80/20 (Basen/Säure) Verhältnis sind. Wir sind beide überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, zumal wir immer die Entscheidung treffen können, auch mal eine Fastenphase zu überspringen, wenn etwas besonderes ansteht.

        Liebe Grüße
        Conny

      • Liebe Conny,

        super! Das freut mich sehr! IF funktioniert einfach, weil es funktionieren muß. Ich kennen jedenfalls niemanden, der damit nicht abgenommen hätte!

        Und wie du schon geschrieben hast, praktisch ist es auf jeden Fall, weil man den oder die Fastentag(e) schieben kann, wie man will (außer an zwei Tagen hintereinander).

        Danke für das Update — und viel Spaß und Freude wünsche ich euch!

        Liebe Grüße
        Norbert

  6. Im Grunde ist Abnehmen mit Weight Watchers wirklich nicht verkehrt. Man bekommt zumindest in den ersten Monaten ein Gefühl dafür, was man eigentlich essen kann/darf, wie man es sich einteilt und welche Mengen man eigentlich den Tag über isst. – Allerdings muss ich dazu sagen, dass der „Gruppenzwang“ Zuhause nicht gegeben ist. Da man sich also nicht wöchentlich mit seiner Gruppe trifft, kommt es häufig vor, dass man das ganze etwas vernachlässigt.

    Wenn man einmal fernab von Weight Watchers schaut, liegen die Dinge eigentlich auf der Hand. Bewegung und gesündere Ernährung. – Ich bin z.b. jemand, der anstatt Wasser trinkt, nur Cola in sich hineinkippt. Zucker, Kalorien & Co sind in dem Fall natürlich fatal… aber jeder Mensch hat irgendwelche Laster 🙂

    Ich persönlich habe vor einigen Monaten meinen Fleischkonsum komplett eingestellt und angefangen, frisch aber vegetarisch zu kochen. Die Pfunde sind nach und nach abgefallen, bzw sind hoffentlich noch dabei. Das allgemeine Wohlbefinden hat sich auch noch gesteigert, was aber sicherlich am frischen Gemüse liegt.

    Letztendlich würde ich sagen, dass man einen Bezug zu seiner Nahrung aufbauen sollte und nicht einfach alles herunterschlucken. wer sich wirklich mal ein tolles Kochbuch kauft und auch Interesse daran hat, sich mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen, dem dürfte so etwas wesentlich leichter fallen.

    Fertigprodukte kommen mir jedenfalls nicht mehr ins Haus. Das, was die Industrie da alles runtermischt, ist schon fast kriminell.

    Viel Erfolg beim Abnehmen und weiterhin alles Gute

    Patrick

    • Hallo Patrick,

      da hast du Recht, WW ist, um die ersten Schritte zu gehen, wirklich gut. Halt nur auf Dauer für mich und auch für meinen Mann nicht geeignet. Mit den ganzen Rezepten ist es ne runde Sache um wirklich von den Fertigprodukten weg zu kommen.

      LG Conny

  7. Pingback: Buchrezension: Romy Dollé, “Der Paleo-Code” | Paleoleben

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